Otto Rosenberg

Otto Rosenberg (1927-2001) war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.

Luise Herzberg mit ihren Kindern Waldemar, Otto, Max und Therese in Berlin, 1930. Nur Otto Rosenberg (vorn links) und seine Mutter überlebten die Konzentrationslager.
Otto Rosenberg, 1947.
Otto Rosenberg, 1990, Gedenkveranstaltung, Parkfriedhof Berlin-Marzahn.
„Wir waren seit jeher, solange ich denken kann und nach allem, was mir erzählt worden ist, deutsche Sinti. Mein Vater handelte mit Pferden und meine Mutter war Hausfrau. Ich bin in Ostpreußen geboren, in Draugupönen“.

Ab 1930 lebte Otto Rosenberg bei seiner Großmutter in Berlin. 1936, im Alter von neun Jahren, verschleppte ihn die Polizei mit seiner Familie von Alt-Glienicke-Bohnsdorf in das Lager Berlin-Marzahn. Bereits als Dreizehnjähriger musste er in einem Rüstungsbetrieb in Berlin-Lichtenberg Zwangsarbeit leisten. Hier wurde er wegen angeblicher Sabotage verhaftet und schließlich im Frühjahr 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Nach einer Odyssee durch weitere Konzentrationslager befreite ihn die britische Armee im April 1945 in Bergen-Belsen. Von elf Geschwistern hat Otto Rosenberg als Einziger überlebt.

Das Vernichtungslager Auschwitz überlebt zu haben, wurde für ihn Auftrag und Verpflichtung zugleich. Fortan kämpfte Otto Rosenberg für die gesellschaftliche Gleichstellung von Sinti und Roma. Er war Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Sinti-Union Berlin, heute Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V.

1998 erhielt Otto Rosenberg für seine besonderen Verdienste um die Verständigung zwischen Minderheit und Mehrheit das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Im gleichen Jahr erschien sein Buch „Das Brennglas“, in dem er seinen persönlichen Lebens- und Leidensweg schilderte. Am 4. Juli 2001 starb Otto Rosenberg an den Spätfolgen seiner Haft in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern.