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Termine & Veranstaltungen

Gedenken anlässlich des 85. Jahrestags der Verschleppung der Berliner Sinti und Roma in das NS-Zwangslager Marzahn

Die Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn e.V. sowie der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. haben am 13.06.2021 der in das Marzahner NS-Zwangslager verschleppten Berliner Sinti und Roma gedacht.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung sprachen Dagmar Pohle, Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa sowie Petra Rosenberg, Vorsitzende der Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn und des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg.

Petra Rosenberg betonte, dass Gedenken kein Selbstzweck sein dürfe. Es solle immer wieder Anlass geben, über den heutigen Umgang mit Sinti und Roma, Ausgrenzung und Stigmatisierung nachzudenken. In ihrer Ansprache verwies sie zudem einerseits auf den Anfang Juni vorgestellten Bericht der Unabhängigen Kommission Antiziganismus, in dessen Rahmen formulierte Forderungen nach einem „grundlegenden Perspektivwechsel in Bezug auf Sinti und Roma“ sie befürworte. Ferner ging die Vorsitzende der Gedenkstätte Zwangslager Berlin-Marzahn und des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg auf die geplante Trassenführung der S21 ein, die nicht „hinnehmbar sei“, da sie das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas tangiere.

Kultursenator Klaus Lederer nannte allein die Debatte, ob das Denkmal in Mitleidenschaft gezogen werden könne „ein Armutszeugnis“. So dürften Kosten bei der Umgehung des Denkmals keine Rolle spielen. Auch hob der Kultursenator hervor, dass die Angehörigen der Minderheit in erster Linie selbst für die Erinnerung an das den Sinti und Roma angetane Unrecht im Nationalsozialismus erinnern müssten, obwohl die Mehrheitsgesellschaft hier ganz klar in der Pflicht stehe.

Die Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle unterstrich nachdrücklich die Bedeutung des gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalts und stellte fest, dass zur Meinungsfreiheit ein verantwortungsvoller Umgang mit seiner Meinung gehöre. Meinungsfreiheit bedeute nicht, dass man einfach alles sagen könne, was man wolle.

Aufgrund der anhaltenden Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus fand die Gedenkveranstaltung als stilles Gedenken mit Kranzniederlegung auf dem Parkfriedhof Marzahn statt.

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